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Eupener Land
[10.03.2009]
NACHGEFRAGT: »Ich selbst bin die Arbeit«

Künstler zum Anfassen

Loek Grootjans
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Während der Vernissage stand Loek Grootjans auf seinem »Bei-stuhl« zur gemeinsamen Hinterfragung des Seins zur Verfügung. Über zwei Stunden lang tauschte er sich mit interessierten Ausstellungsbesuchern über Gott und die Welt aus.
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Im Rahmen der Auststellung »Angebot und Nachfrage« sind, die Werke Loek Grootjans noch bis zum 21. Juni im Ikob Eupen zu sehen. Das Grenz-Echo führte mit dem niederländischen Installationskünstler folgendes Gespräch.

Herr Grootjans, sind Sie zum ersten Mal in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens zu Gast?

Ja. Ich war privat zwar schon Mal in der Gegend von Huy und Malmedy, aber in Eupen bin ich zum ersten Mal. Ich habe zwei Wochen hier verbracht und auch den Altweiberkarneval miterlebt. Ich bin zwar kein Karnevalist, aber es war doch interessant, die ostbelgische Version davon kennen zu lernen.

Auf den Punkt gebracht: Warum machen Sie Kunst?

Zum einen, weil ich es gut dabei habe. Und zum anderen, weil es für mich ein Genuss ist, andere etwas entdecken zu lassen.

Sie standen bei der Vernissage am Sonntag Ihrem Publikum auf einem - wie sie es nennen - Bei-stuhl zu Verfügung um mit ihnen über Philosophie und Kunst zu reden. Was ist der Hintergrund dieser Aktion?

Ich finde diesen Kontakt zwischen Künstler und Publikum enorm wichtig. Ich stelle nicht nur meine Arbeiten aus, ich selbst bin die Arbeit. Der Besucher kann zu mir kommen und Fragen stellen, Bemerkungen machen, Kritik üben und ein bisschen philosophieren - wenn er es will. Das künstlerische Hintergrundwissen spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Sie greifen manchmal zu recht radikalen Methoden. Als Antwort auf einen Beschwerdebrief von zwei religiösen Moslems haben Sie im Jahre 2005 ihre gesamte Bibliothek verbrannt. Warum?

Nun ja, die beiden hatten mich ja dazu aufgefordert. Ich fand den Brief, in dem mein Werk als minderwertig und ich als unwissend dargestellt wurde, so beleidigend, dass ich mich dazu entschlossen habe, in die Offensive zu gehen. Ich brauche keine Bücher. Alles Wichtige ist in meinen Kopf, diese Denkfreiheit kann mir niemand nehmen. Eines möchte ich aber klarstellen: Ich bin für die Verständigung zwischen den Völkern und den Religionen. Nur ein konstruktiver Dialog bringt uns weiter.



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